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Ein Hofland in Loopstedt erhält Casten Tambsen, Bauernvogt und Fährmann über die Schlei, im Jahr 1638 zur lebenslangen Nutznießung und zwar ohne Gegenleistung. Eine Besonderheit stellt der Vertrag von 1661 dar. Es ist das einzige Mal, dass eine Frau die Fähre festet (pachtet). Margarete Tetens bezahlt dafür 30 Mark lübsch und übernimmt die auf dem dazugehörigen Land ruhende Schuld von 500 Mark lübsch. Es handelt sich um eine halbe Hufe, eine Wiese auf dem Füsinger Feld und das Fährhaus. Den Fährkahn muss sie selbst anschaffen und unterhalten. Es fehlt in diesem Vertrag auch nicht die ernste Drohung, dass sie aller Rechte verlustig gehen soll, wenn sie sich säumig oder ansonsten ungebührlich verhalten sollte. Nach Margarete Tetens übten ihr Sohn Hans, dann kurze Zeit ein Capitain von der Luthe und schließlich Bendix Hildebrand, ein "Bürger und Parüqvier (wohl Perückenmacher) aus Schleswig", das Amt des Fährmanns aus. Zu dieser Zeit hatte der Fährmann auch die Krug-Gerechtigkeit inne, d. h. er durfte Bier und Branntwein ausschenken. Wenn sich Bürger aus Schleswig um die Fähre bemühten und eine Frau wie Margarete Tetens derartig hohe Nebenverpflichtungen übernahm, um die Fähre betreiben zu dürfen, muss das Fährgeschäft eine lukrative Einnahmequelle gewesen sein. Die mit ihm verbundene Fischereigerechtigkeit dürfte diesen Beruf noch zusätzlich attraktiv gestaltet haben. Da auch die Holmer Fischer gelegentlich Passagiere übersetzten, gab es mit ihnen immer wieder Streitigkeiten. 1672 erwirkte das Kloster ein Verbot des Schleswiger Magistrats, dass die Holmer Fischer niemanden übersetzen durften. 1757 mussten die Holmer auf ein gerichtliches Urteil hin einen Fischzaun wieder entfernen, der die Fähre behinderte. Aus diesen Vorgängen ist zu ersehen, dass das Kloster für seinen Fährmann eintrat und dessen Lebensgrundlage wohl zu verteidigen wusste.

1708 hatte jeder Hausmann (Haushaltsvorstand) dem Fährmann 1 Schip Roggen zu zahlen, die Heuerlinge dagegen hatten einen Tag im Jahr Handdienste an der Fahre zu leisten. Die Fahrdorfer aber setzten kostenlos über - sie hatten dem Fährmann die Hollenkoppel zur Nutznießung überlassen. Als Peter Ehlert aus Borgwedel 1768 das Fährhaus mit Scheune, Stall und Torfschuppen "samt allem, was darin erd-, nied- und nagelfest" war, von der Witwe des Claus Jessen kaufte, können wir einen Blick in die Haushaltseinrichtung des Fährmanns werfen: er besaß "acht Bettstellen, worunter eine mit grünen Vorhängen, zwei alte Betten, Tische und Bänke in der täglichen Stube und einen eisernen Ofen". Peter Ehlert erwuchs bereits ein Jahr, nachdem er seine Stelle angetreten hatte, ein ernsthafter Konkurrent. Ein Christian Friedrich Neyendahl versuchte, die Genehmigung zur Einrichtung einer neuen Fähre für Pferd und Wagen zu erlangen, um den sandigen und beschwerlichen Weg von Schleswig nach Eckernförde abzukürzen. Wieder musste das Kloster seine Rechte verteidigen. Es erwähnte in seiner Gegenschrift, dass es in Fahrdorf zwei Anlegestellen gäbe, je nachdem wie Wind und Wetter das Anlegen am bequemsten erlaubten. Ferner hob das Kloster die wirtschaftliche Bedeutung der Fähre für die Verwaltung seiner Dörfer südlich der Schlei hervor, da die dortigen. Untertanen auch gewisse Hofdienste auf dem nördlichen Ufer zu leisten hätten. Das Kloster überzeugte mit seinen Argumenten, die Bemühungen Neyendahls blieben erfolglos. Das Fährgeld muss die Klosterangehörigen zeitweise sehr gedrückt haben. Anders ist eine Beschwerde Peter Ehlerts nicht zu verstehen, dass die Borgwedeler und Stexwiger Abnehmer (Altenteiler) das Fährgeld verweigerten. 1800 verpachtete das Kloster die Fähre an Claus Hinrich Hagge, hinter dem jedoch ein Konsortium Fahrdorfer Hufner stand. Der Pachtvertrag wurde auf 20 Jahre abgeschlossen und enthielt in zwölf ausführlichen Kapiteln genaue Regelungen über alle Rechte und Pflichten des Fährmanns und die Abgaben der umliegenden Dörfer für die Überfahrt. Hagge war Pächter geworden, weil er in einem öffentlichen Versteigerungstermin das höchste Gebot abgegeben hatte. Eine öffentliche Versteigerung erfolgte auch 1820. Aus diesem Jahr ist das Versteigerungsprotokoll erhalten: Detlef Jöns aus Fahrdorf und der Holmer Fischer Johann Christian Meyer treiben in dramatischer Weise den Pachtpreis von ursprünglich 33 Reichstalern hoch auf 50. Jetzt steigt Peter Ehlert, Hufner und Gastwirt zu Fahrdorf, ein. Bei 75 Talern gibt Meyer auf, während Jöns jeweils um einen Taler höher bietet als Ehlert. Bei 110 Reichstalern erhält Ehlert schließlich den Zuschlag. Sein Landbesitz ging später in das Lorenzsche Gut über, dessen Gutshaus noch heute zu sehen ist (Dorfstraße48).